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Pressemitteilung Balsthal Oktober 2005


Verband Schweizerischer Vereine für Pilzkunde / VSVP
Union Suisse des Sociétés de Mycologie / USSM
Hans Fluri, Präsident

Die Pilzschontage sind ausser Kraft zu setzen

Die langjährigen WSL-Studien mit experimentellen und gezielten wissenschaftlichen Versuchsreihen bestätigen, was viele Pilzfachleute und auch Speisepilzliebhaber schon lange vermutet haben: Das Pflücken der Pilzfruchtkörper fügt dem Pilzorganismus keinen Schaden zu. Die Geschäftsleitung des Verbandes Schweizerischer Vereine für Pilzkunde VSVP/USSM zog aus dieser zur Tatsache gewordenen Vermutung ihre Schlüsse.
Die Annahme, dass das Pilze sammeln das Pilzvorkommen auf Dauer gefährden würde oder einzelne Pilzarten durch das Pflücken sogar mit dem Aussterben bedroht seien, ist damit auf eindrückliche Weise widerlegt worden.
Der VSVP als Dachorganisation der ihm angeschlossenen Vereine für Pilzkunde ist erfreut darüber, dass endlich, nach vielen Jahren der Ungewissheit , fundierte Studien zu diesem Resultat geführt haben.
Ueber Jahre trug ja bekanntlich auch die Einführung vieler kantonaler und kommunaler sog.
"Pilzschutzverordnungen" zu einer Verunsicherung bei, zu einer Verwirrung eines jeden Pilzfreundes und Waldgängers. Bevor ein Pilzsammler, sei es aus kulinarischen Gründen oder aus reinem botanisch-mykologischem Interesse, sich auf den Weg begehen konnte, war er angehalten, sich vorerst im Irrgarten der unterschiedlichsten Sammelverbote, Mengenbeschränkungen und Schontage zurecht zu finden.
Die Ergebnisse der WSL-Langzeitstudie führen nun den VSVP-Vorstand zu Folgerungen, welche zwar nicht zum ersten Mal ausgesprochen worden sind, diesmal jedoch mit Unterstützung einer belegten Sammlung von Fakten neu und deutlicher formuliert werden müssen. In anderen Worten sind dies die nachstehenden Forderungen:

Es seien sowohl die bestehenden Schontage als auch die Mengenbeschränkungen für das Sammeln von Pilzen in allen Kantonen und Gemeinden ausser Kraft zu setzen.

Der Schutz einzelner seltener und daher schonenswerter Pilz-Spezies soll aber weiterhin gewährleistet und gefördert werden.

In ausgewählten Naturschutzgebieten soll (wie bei den Pflanzen) auch ein Pflückverbot für Pilze gelten.

Zudem soll für künftige allfällige Schutzmassnahmen eine Harmonisierung auf eidgenössischer Ebene angestrebt werden.



Der VSVP mit seiner integrierten Wissenschaftlichen Kommission, mit seinen angeschlossenen Mitgliedervereinen fördert seit Jahren sowohl die volkstümliche als auch die wissenschaftliche Pilzkunde, in Fortbildungs-Kursen, Tagungen, als Mithelfer in mykologischen Forschungsprogrammen, etc.
Er trägt also nicht zuletzt viel bei zur Förderung der Artenkenntnis, der Information über die Lebensform der Pilze und zeigt damit die biologischen Zusammenhänge auf, die zur Erhaltung der Pilzarten notwendig sind. Aus diesem Grunde sieht sich der VSVP/USSM legitimiert, die erwähnten Schlussfolgerungen aus der WSL-Studie entsprechend zu kommentieren.