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Das sich viele Pilzfreunde fast ausschliesslich für die Freuden der Tafel erwärmen können und die Pilze nur nach ihrem kulinarischen Wert beurteilen, und dies bei oft sehr mangelhaften mykologischen Kenntnissen,
sind Pilzkontrollen von unschätzbarem Wert.
Denn allzu leicht wird man durch das Mimikry einiger schwer unterscheidbarer Arten geblendet oder Opfer eigener Flüchtigkeit und Unkenntnis. Einige Pilzsammler überschätzen ihre dürftigen Kenntnisse gewaltig, andere wiederum sind nicht in die Gemeinschaft integriert, beherrschen die Sprache ihrer Gastländer nicht und haben keine Ahnung, dass man die Pilze kontrollieren lassen soll und kann. So kommt es immer wieder zu schweren Vergiftungen. In der Regel sind die Ärzte bei Pilzvergiftungen froh, wenn sie von kompetenten Pilzfachleuten, die mit den verschiedenen Vergiftungstypen vertraut sind, die Sporenanalyse beherrschen und mit gezielten Fragen die Diagnose bereits einengen können, assistiert werden.
Der VSVP hat mich im Frühjahr 2005 zum Verbandstoxikologen gewählt. Ausschlaggebend waren wohl meine Publikationen über Gift- und Speisepilze und meine Idee, in der Deutschschweiz ein Netz von Notfallexperten mit mikroskopischen Kenntnissen aufzubauen. In Notfällen lassen sich bereits 45 Fachleute über das Internet oder das Toxzentrum aufbieten. Dabei erhalten sie von mir bei Tag und Nacht Rückendeckung.
Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Publikationen in der SZP über Gift- und Speisepilze, Drogenpilze, so genannte Heilpilze, Handelspilze aus dem In- und Ausland, Täuschungsversuche vor allem mit Trüffeln. Neu ist das Periskop, eine Rubrik, in der Spannendes, Aussergewöhnliches, Alltägliches und Seltenes aus der internationalen medizinischen und mykologischen Literatur zusammengefasst wird. Das Periskop lässt sich auch im Stil eines Briefkastens für Leser ausweiten.
Auch stünde es einer Zeitschrift für Pilzkunde gut an, wenn ab und zu ein Artikel über Pilzkrankheiten aufgenommen würde. Es kann nicht Aufgabe einer etwas anspruchsvolleren Zeitschrift sein sich einseitig auf Farbaufnahmen von Pilzen zu beschränken. Diesen Wunsch mancher Leser wird durch eine Fülle hervorragender Pilzführer erfüllt. Auch wer der italienischen Sprache nicht mächtig ist, kann sich an den wundervollen Bildern in „funghi & natura“ ergötzen und seinen Blick für feine makroskopische Unterschiede schärfen.
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